Aquarium

Neben der Unterwasser-Einsicht in das Becken der Seehunde, zeigt ein 2500 l fassendes Nordseeaquarium kleinere Lebewesen aus dem Lebensraum der Seehunde. Wenn man lange genug den Sand absucht und genau hinschaut, wird man plötzlich ein Auge sehen. Dieses gehört zur Flunder (Platichthys flesus), die verborgen und farblich dem Bodengrund angepasst auf Beute lauert. Pro Weibchen werden bis 2.000.000 Eier abgelegt, aus denen nach 5–10 Tagen symmetrisch gebaute Larven schlüpfen.

Grimmig schaut ein Seeskorpion (Acanthocottus scorpius) aus seiner Höhle. Seeskorpione sind gefräßige Fische, die alles fressen, was ihnen vor das große Maul kommt. Giftig sind sie aber nicht, wie der Name vermuten lässt. Nur können die Stacheln auf Kiemendeckeln und den Flossenstrahlen bei Berührung tief in die Haut eindringen und schmerzhafte Entzündungen hervorrufen. Der Laich wird klumpenweise auf den Boden gelegt und ca. 5 Wochen vom Männchen bewacht, bis die Jungen schlüpfen. Eine besondere Brutbiologie ist bei der Aalmutter (Zoarces viviparus) zu beobachten. Nach der inneren Befruchtung entwickeln sich aus dotterarmen Eiern im Weibchen 30–400 aalförmige Jungtiere.

Aus der Gruppe der Krebstiere sind die Seespinnen und Einsiedlerkrebse im Becken unterwegs. Die Seespinnen (Hyas araneus) können sich nur sehr langsam bewegen. Daher heften sie sich mit ihren Scheren Seepocken und Algenbüschel auf ihren Rückenpanzer, um möglichst getarnt sich ihrer Hauptnahrung, den Seesternen, zu nähern. Der Name ist irreführend: Seespinnen gehören nicht zu den achtbeinigen Spinnentieren, sondern zu den zehnfüßigen Krebsen. Der Einsiedlerkrebs (Pagurus bernhardus) hat ein anderes Problem. Sein Hinterleib ist ungepanzert und muss mittels eines Schneckenhauses geschützt werden. Wird die Wohnung zu klein, muss er in ein größeres Gehäuse umziehen und während des Umzuges wird er leicht zur Beute. Einsiedlerkrebse fressen alles Verwertbare, was sie mit der kleineren Schere in den Mund schaufeln können. Sie sehen aus wie Pfl anzen, sind aber Tiere. Purpurrosen (Actinia equina) zählen zu den Blumentieren oder Korallen. Sie kommen in mehreren Farbvarianten vor. Über dem gedrungenen Körper steht eine Vielzahl von Tentakeln um die Mundöffnung herum. Fische, Weichtiere und Krebse werden mit Nesselgift gelähmt und mit den Tentakeln in den Mund gestopft. Sie können bis 70 Jahre alt werden.